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Diagnostik & Biomarker · Biomarker

Inflammaging: Wenn stille Entzündung das Altern antreibt

2 Min. Lesezeit 2026-06-17 YUTHI Redaktion

Chronische Niedrig-Entzündung gilt als einer der zentralen Mechanismen des Alterns. Was hsCRP und IL-6 verraten – und was die Studienlage zu Gegenmassnahmen wirklich zeigt.

Was Inflammaging bedeutet

2000 prägten der Immunologe Claudio Franceschi und Kollegen den Begriff „Inflammaging“ – eine Wortschöpfung aus „Inflammation“ und „Aging“ (Franceschi et al., 2000).

Gemeint ist eine chronische, niedriggradige Entzündungsaktivität, die sich schleichend über Jahrzehnte aufbaut – ohne klassische Entzündungssymptome wie Fieber oder Schwellung, aber mit messbaren Folgen für Herzgesundheit, Stoffwechsel und Gehirn.

Die zentralen Biomarker: hsCRP und IL-6

Hochsensitives C-reaktives Protein (hsCRP) und Interleukin-6 (IL-6) sind die wichtigsten messbaren Indikatoren. Ridker und Kollegen zeigten, dass hsCRP kardiovaskuläre Ereignisse besser vorhersagt als LDL-Cholesterin allein (Ridker et al., 2000).

IL-6 – ein Botenstoff des Immunsystems – korreliert mit beschleunigtem funktionellen Abbau, Gebrechlichkeit und erhöhter Sterblichkeit im Alter (Ferrucci & Fabbri, 2018). Beide Werte lassen sich per Bluttest bestimmen.

Was Inflammaging antreibt

Viszeralfett ist einer der stärksten Treiber: Bauchfettzellen produzieren kontinuierlich proinflammatorische Zytokine. Hinzu kommen chronischer Stress, Schlafmangel, Rauchen und eine ballaststoffarme Ernährung – all das erhöht hsCRP und IL-6 messbar.

Auch das Mikrobiom spielt eine Rolle: Eine gestörte Darmbarriere kann Endotoxine ins Blut entlassen, die das Immunsystem dauerhaft niedrigschwellig aktivieren – ein Mechanismus, der zunehmend in der Inflammaging-Forschung diskutiert wird.

Was die Studienlage zu Gegenmassnahmen zeigt

Regelmässiger Ausdauersport und Krafttraining sind mit niedrigeren Entzündungsmarkern assoziiert. Eine mediterrane Ernährung mit viel Olivenöl, Hülsenfrüchten und Omega-3-reichen Fischen zeigt in Metaanalysen konsistente entzündungssenkende Effekte (Calder et al., 2017).

Omega-3-Fettsäuren (EPA + DHA) hemmen proinflammatorische Signalwege über mehrere Mechanismen. Studien zeigen Assoziationen mit niedrigeren IL-6- und hsCRP-Werten bei regelmässiger Einnahme – die Effektgrösse variiert je nach Ausgangslage (Calder, 2010).

Einordnung: Was ein erhöhter Wert bedeutet

hsCRP ist nicht spezifisch: Akute Infekte, intensiver Sport oder Verletzungen heben den Wert kurzfristig an. Aussagekräftig ist erst das Muster über mehrere Messungen im klinischen Kontext – ein einzelner Wert reicht nicht. Diese Inhalte sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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Quellen