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Melatonin als Supplement: Wann es sinnvoll ist – und wann nicht

3 Min. Lesezeit YUTHI Redaktion

Melatonin ist das meistgekaufte Schlafmittel der Welt – doch es ist kein Schlafmittel im klassischen Sinn. Was genau Melatonin im Körper tut, wann es wirklich hilft und warum weniger oft mehr ist.

Was Melatonin im Körper macht – und was nicht

Melatonin ist kein Schlafmittel im pharmakologischen Sinn. Es ist ein circadianes Zeitsignal: Die Zirbeldrüse schüttet es bei Dunkelheit aus und signalisiert dem Körper, dass Nacht ist. Der Schlaf selbst wird dadurch vorbereitet, aber nicht direkt erzeugt. Wer Melatonin einnimmt und erwartet, nach 20 Minuten eingeschlafen zu sein, wird oft enttäuscht sein.

Der wichtigste Effekt ist zeitgebend: Melatonin verschiebt die innere Uhr. Das macht es besonders nützlich, wenn die biologische Schlafzeit aus dem Takt geraten ist – also bei Jetlag, Schichtarbeit oder dem sogenannten verzögerten Schlafphasensyndrom, bei dem Menschen von Natur aus erst sehr spät müde werden.

Wann Melatonin gut belegt wirkt

Die Studienlage ist für Jetlag klar: Melatonin, zur richtigen Zeit am Zielort eingenommen, hilft der inneren Uhr, sich schneller anzupassen. Lewy et al. (Chronobiol Int, 1992) zeigten früh, dass Melatonin circadiane Rhythmen nach einer gut beschreibbaren Phasenkurve verschiebt – es kommt also sehr auf den Einnahmezeitpunkt an.

Für primäre Schlafstörungen (Insomnie ohne äußere Ursache) ist die Wirkung deutlich schwächer. Eine Meta-Analyse von Ferracioli-Oda et al. (PLoS One, 2013) fand statistisch messbare, aber kleine Verbesserungen bei Einschlaflatenz und Schlafdauer – eine klinisch relevante Wirkung ist das bei den meisten Insomnie-Formen nicht. Für ältere Menschen, deren körpereigene Melatonin-Produktion nachlässt, kann das Bild anders aussehen.

Weniger ist mehr: die Dosierungsfrage

Im Handel sind Melatonin-Präparate mit 1 mg bis 10 mg üblich, in manchen Ländern sogar mehr. Die Forschung legt nahe, dass niedrige Dosen (0,5 bis 1 mg) ähnlich wirksam oder wirksamer sind als hohe Dosen – weil physiologische Melatonin-Spiegel ohnehin im niedrigen Nanogrammbereich liegen und höhere Dosen diesen Bereich weit überschreiten, ohne zusätzlichen Nutzen zu bringen.

Auld et al. (Sleep Med Rev, 2017) betonten in ihrer Übersicht zur Studienlage für Melatonin bei Schlafstörungen, dass Dosierung und Zeitpunkt der Einnahme entscheidender sind als die absolute Menge. Wer auf Einschlafhilfe zielt: 0,5 bis 1 mg etwa 30 Minuten vor dem gewünschten Einschlafen. Wer den Rhythmus verschieben will (Jetlag): individuell nach der Phasenkurve, oft früher am Abend.

Für wen Melatonin wenig bringt

Junge, gesunde Erwachsene mit einem intakten circadianen Rhythmus und regulären Schlafzeiten profitieren kaum von Melatonin. Wenn die Schlafprobleme auf Stress, Gedankenkarussell, schlechte Schlafhygiene oder Atemprobleme (wie Schlafapnoe) zurückgehen, adressiert Melatonin die falsche Ursache.

Auch als Dauermedikation ist Melatonin nicht vorgesehen. Es gibt keine Langzeitstudien zu Risiken bei jahrelanger Einnahme bei Erwachsenen, und die Hypothese, dass exogenes Melatonin die körpereigene Produktion dämpfen könnte, ist nicht vollständig ausgeräumt. Für kurze, gezielte Anwendungen – Jetlag, Zeitzonenwechsel, gelegentliche Rhythmusstörungen – ist die Sicherheitslage gut; für Dauertherapie fehlen die Daten.

So hilft dir die YUTHI-App

Wenn du Melatonin ausprobierst, lohnt es sich, Zeitpunkt, Dosis und Einschlafzeit in der YUTHI-App zu dokumentieren. So erkennst du, ob und wann die Einnahme einen messbaren Unterschied macht – und ob der Effekt nach einigen Wochen nachlässt. Bei anhaltenden Einschlafproblemen ist ein Gespräch mit einem Schlafmediziner die sinnvollere nächste Maßnahme.

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Quellen