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Mindset · Rauchstopp

Mit dem Rauchen aufhören: Welche Methoden laut Studien wirklich helfen

17 Min. Lesezeit YUTHI Redaktion

Nikotinpflaster, Vareniclin, E-Zigarette, Rauchstopp-Telefon oder einfach Schluss machen? Wir haben die großen Cochrane-Übersichtsarbeiten gelesen und zeigen dir, was beim Aufhören wie stark hilft, was es kostet und wo du in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich kostenlose Hilfe bekommst.

Du stehst in der Apotheke vor dem Regal mit den Nikotinpflastern. Daneben Kaugummis, Lutschtabletten, ein Mundspray. Deine Kollegin schwört auf ihre E-Zigarette, dein Schwager hat es mit einer Tablette vom Hausarzt geschafft, und dein Vater hat einfach eines Morgens aufgehört, ganz ohne alles. Und du fragst dich: Was davon funktioniert eigentlich wirklich, und was ist nur eine gute Geschichte?

Persönliche Geschichten sind das Problem bei dieser Frage. Wer es geschafft hat, erzählt davon, wer es nicht geschafft hat, schweigt. Deshalb ist die Studienlage hier besonders wertvoll: Für fast jede Methode gibt es Dutzende Vergleichsstudien mit Zehntausenden Menschen, und die Cochrane Collaboration, ein unabhängiges Forschungsnetzwerk, fasst sie regelmäßig nach festen Regeln zusammen.

Wir haben die aktuellen Cochrane-Übersichtsarbeiten zu Nikotinersatz, Medikamenten, E-Zigaretten, Beratung und Telefonberatung gelesen, dazu die erste Behandlungsleitlinie der WHO und die Angebote in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich. Am Ende weißt du, welche Hilfen wie stark wirken, welche du kombinieren kannst und wo du kostenlos Unterstützung bekommst. Welche Methode zu dir passt, besprichst du am besten mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke.

Was hilft am besten beim Rauchstopp?

Am besten wirkt die Kombination aus Medikament und Beratung. In einer Cochrane-Auswertung von 52 Studien mit 19 488 Menschen lag die Erfolgsquote damit 83 Prozent höher als mit kurzer Beratung oder üblicher Versorgung. Die WHO empfiehlt seit 2024 Vareniclin, Nikotinersatz, Bupropion und Cytisin, jeweils am besten zusammen mit Beratung.

Im Juli 2024 hat die WHO ihre erste Behandlungsleitlinie zum Rauchstopp bei Erwachsenen veröffentlicht. Sie empfiehlt vier Medikamente: Vareniclin, Nikotinersatz, Bupropion und Cytisin. Dazu soll Gesundheitspersonal routinemäßig kurz beraten, in 30 Sekunden bis 3 Minuten, und wer mehr möchte, soll eine intensivere Begleitung einzeln, in der Gruppe oder am Telefon bekommen.

Wie viel die Kombination bringt, zeigt die Cochrane-Übersicht von Stead und Kollegen (2016): Wer ein Medikament nahm und zugleich mehrfach beraten wurde, war nach mindestens sechs Monaten deutlich häufiger rauchfrei. Das relative Risiko lag bei 1,83. Eine solche Zahl heißt: Die Chance, es zu schaffen, war 1,83-mal so hoch, also 83 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe.

Die Tabelle zeigt dir die wichtigsten Methoden im Überblick. Alle Zahlen beziehen sich auf Rauchfreiheit nach mindestens sechs Monaten. Sie sagen dir, wie stark eine Methode die Chance gegenüber einer Vergleichsgruppe erhöht, nicht, wie viele Menschen es insgesamt schaffen. Das hängt stark davon ab, wie viel jemand raucht und wie die Studie aufgebaut war.

Rauchstopp-Methoden im Vergleich (Cochrane-Übersichtsarbeiten)
Methodeverglichen mitChance auf RauchfreiheitQuelle
Medikament plus Beratungkurze Beratung oder übliche Versorgung1,83-mal so hochStead 2016, 52 Studien
VareniclinScheinmedikament2,32-mal so hochLivingstone-Banks 2023, 41 Studien
CytisinScheinmedikament1,30-mal so hochLivingstone-Banks 2023, 4 Studien
Nikotinersatz (jede Form)Scheinpräparat oder kein Nikotinersatz1,55-mal so hochHartmann-Boyce 2018, 133 Studien
Pflaster plus schnelle Formnur eine Form1,27-mal so hochTheodoulou 2023, 16 Studien
Nikotin-E-ZigaretteNikotinersatz1,59-mal so hochLindson 2025, 7 Studien
Einzelberatungminimale Unterstützung1,57-mal so hochLancaster 2017, 27 Studien
mehrere Beratungsanrufe nach Anruf bei einer Rauchstopp-LinieInfomaterial oder ein kurzer Anruf1,38-mal so hochMatkin 2019, 14 Studien

Gemessen wurde jeweils Rauchfreiheit nach mindestens sechs Monaten. Die Werte zeigen, um wie viel eine Methode die Chance gegenüber der Vergleichsgruppe erhöht. Die Studien unterscheiden sich in Aufbau und Teilnehmenden, die Zahlen lassen sich deshalb nur vorsichtig untereinander vergleichen.

Wie gut klappt es, ganz ohne Hilfe mit dem Rauchen aufzuhören?

Nur selten. Eine Auswertung von Hughes und Kollegen fand 2004, dass nach einem Aufhörversuch auf eigene Faust nur 3 bis 5 Prozent der Menschen 6 bis 12 Monate rauchfrei bleiben. Die meisten Rückfälle passieren schon in den ersten acht Tagen. Das heißt nicht, dass es allein unmöglich ist, aber Hilfe verbessert die Chancen deutlich.

Die Geschichte vom Vater, der eines Morgens einfach aufgehört hat, ist wahr, nur ist sie die Ausnahme. Hughes, Keely und Naud haben in der Fachzeitschrift Addiction Daten von Menschen ausgewertet, die ohne Behandlung aufhören wollten. Das Ergebnis: Nur 3 bis 5 Prozent schafften eine lange rauchfreie Zeit von 6 bis 12 Monaten nach einem bestimmten Versuch.

Gleichzeitig wollen sehr viele aufhören. Die WHO schätzt, dass von 1,25 Milliarden Menschen, die weltweit Tabak konsumieren, mehr als 750 Millionen aufhören möchten. Rund 70 Prozent von ihnen haben laut WHO keinen Zugang zu wirksamer Unterstützung.

In der Schweiz, in Deutschland und in Österreich ist dieser Zugang dagegen vorhanden und oft kostenlos. Wenn du es schon einmal allein versucht hast und es nicht geklappt hat, ist das also kein Zeichen von Schwäche, sondern der häufigste Verlauf. Ein neuer Versuch mit Unterstützung hat deutlich bessere Aussichten.

Wie gut wirken Nikotinpflaster, Kaugummi und andere Nikotinersatzprodukte?

Nikotinersatz erhöht die Chance auf einen dauerhaften Rauchstopp um rund 55 Prozent. Das zeigt eine Cochrane-Übersicht mit 133 Studien und 64 640 Menschen. Noch besser wirkt die Kombination aus Pflaster und einer schnellen Form wie Kaugummi oder Lutschtablette: Sie steigerte die Erfolgsquote gegenüber nur einer Form um weitere 27 Prozent.

Nikotinersatz gibt deinem Körper Nikotin ohne den Rauch, also ohne Teer und Kohlenmonoxid. So werden Verlangen und Entzug kleiner, während du dir das Rauchen abgewöhnst. Es gibt Pflaster, die gleichmäßig über den Tag wirken, und schnelle Formen wie Kaugummi, Lutschtabletten, Mundspray oder Inhalator, die du bei akutem Verlangen nimmst.

Die große Cochrane-Übersicht von Hartmann-Boyce und Kollegen (2018) fasst 133 Studien mit 64 640 Teilnehmenden zusammen. Mit Nikotinersatz war die Chance, nach mindestens sechs Monaten rauchfrei zu sein, 1,55-mal so hoch wie ohne.

Die Folgearbeit von Theodoulou und Kollegen (2023) mit 68 Studien und 43 327 Menschen verglich die Formen untereinander. Pflaster allein und schnelle Formen allein wirkten etwa gleich gut. Die Kombination aus Pflaster und schneller Form brachte dagegen mit hoher Gewissheit mehr: 1,27-mal so viele Rauchfreie wie mit einer Form. Kaugummi mit 4 Milligramm wirkte besser als mit 2 Milligramm. Mit mittlerer Gewissheit half es außerdem, schon vor dem Stopptag mit Nikotinersatz zu beginnen.

Welche Form und Stärke zu deinem Konsum passt, kann dir die Apotheke sagen. Bei Herzerkrankungen, in der Schwangerschaft und wenn du andere Medikamente nimmst, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Was ist Vareniclin und wie gut hilft es beim Rauchstopp?

Vareniclin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das an dieselben Andockstellen im Gehirn bindet wie Nikotin. In 41 Studien mit 17 395 Menschen war die Chance auf einen dauerhaften Rauchstopp damit 2,32-mal so hoch wie mit einem Scheinmedikament. Es wirkte besser als ein einzelnes Nikotinersatzprodukt und etwa gleich gut wie zwei kombinierte.

Vareniclin dockt an die Nikotinrezeptoren im Gehirn an, also an die Stellen, an denen sonst Nikotin wirkt. Es lindert so den Entzug und macht eine Zigarette zugleich weniger befriedigend. Die Behandlung dauert laut stopsmoking.ch normalerweise drei Monate.

Die Cochrane-Übersicht von Livingstone-Banks und Kollegen (2023) umfasst 75 Studien mit 45 049 Menschen. Mit Vareniclin war die Chance auf Rauchfreiheit nach mindestens sechs Monaten 2,32-mal so hoch wie mit einem Scheinmedikament (hohe Gewissheit). Gegenüber einem einzelnen Nikotinersatzprodukt war sie 1,25-mal so hoch, gegenüber Bupropion 1,36-mal so hoch. Gegenüber zwei kombinierten Nikotinersatzprodukten zeigte sich kein klarer Unterschied.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählt stopsmoking.ch Übelkeit, lebhafte Träume, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. In der Cochrane-Auswertung berichteten Menschen unter Vareniclin etwas häufiger von schweren unerwünschten Ereignissen als unter Scheinmedikament (relatives Risiko 1,23, mittlere Gewissheit). Für schwere psychische Nebenwirkungen fand die Auswertung keinen klaren Unterschied. Ob Vareniclin für dich infrage kommt, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt; in Schwangerschaft und Stillzeit rät Swissmedic laut stopsmoking.ch davon ab.

Was ist Cytisin und wo bekommst du es?

Cytisin ist ein pflanzlicher Wirkstoff aus dem Goldregen, der ähnlich wie Vareniclin wirkt. In vier Studien mit 4623 Menschen war die Chance auf einen Rauchstopp damit 1,30-mal so hoch wie mit einem Scheinmedikament. In Deutschland und Österreich ist es als Medikament auf dem Markt, in der Schweiz nicht zugelassen.

Cytisin wird seit den 1960er-Jahren als Mittel zum Rauchstopp genutzt, vor allem in Osteuropa. Die Behandlung dauert laut stopsmoking.ch normalerweise 25 Tage, mit einer Tablettenzahl, die nach festem Plan sinkt.

In der Cochrane-Übersicht von 2023 erhöhte Cytisin die Chance auf Rauchfreiheit gegenüber einem Scheinmedikament um 30 Prozent (mittlere Gewissheit). Im direkten Vergleich mit Vareniclin, in zwei Studien mit 2131 Menschen, war kein klarer Unterschied zu erkennen. Bei den schweren unerwünschten Ereignissen zeigte sich gegenüber dem Scheinmedikament ebenfalls kein klarer Unterschied, die Gewissheit dafür ist aber gering.

In der Schweiz ist Cytisin laut stopsmoking.ch nicht als Medikament zugelassen. Mit einem ärztlichen Rezept können Apotheken es aus dem Ausland besorgen; die Grundversicherung bezahlt es nicht. Vom Kauf im Internet rät die Plattform ab.

Hilft die E-Zigarette beim Aufhören?

In Studien schon: In der Cochrane-Übersicht vom Januar 2025 hörten mit Nikotin-E-Zigaretten 1,59-mal so viele Menschen mit dem Rauchen auf wie mit Nikotinersatz, das sind rund 4 zusätzliche Rauchfreie je 100 Personen (hohe Gewissheit). Langzeitdaten zur Sicherheit fehlen aber noch, und die WHO führt E-Zigaretten nicht unter ihren empfohlenen Hilfen.

Die E-Zigarette ist die umstrittenste Methode, deshalb lohnt der genaue Blick. Die Cochrane-Übersicht von Lindson und Kollegen ist eine sogenannte lebende Übersicht, die laufend aktualisiert wird. In der Fassung vom Januar 2025 umfasst sie 90 Studien mit 29 044 Menschen.

Im direkten Vergleich mit Nikotinersatz, in 7 Studien mit 2544 Menschen, waren mit Nikotin-E-Zigarette 1,59-mal so viele rauchfrei. Gegenüber E-Zigaretten ohne Nikotin waren es 1,46-mal so viele (mittlere Gewissheit), gegenüber reiner Beratung oder keiner Unterstützung 1,96-mal so viele, hier allerdings nur mit geringer Gewissheit.

Bei den Nebenwirkungen fanden die Forschenden gegenüber Nikotinersatz wahrscheinlich keinen Unterschied. Am häufigsten waren Reizungen in Mund und Rachen, Kopfschmerzen, Husten und Übelkeit, die mit der Zeit nachließen. Hinweise auf schwere Schäden fanden sie nicht, betonen aber, dass längere und größere Studien nötig sind. Die Ergebnisse gelten nur für regulierte Nikotinprodukte, nicht für illegale Produkte oder solche mit anderen Wirkstoffen wie THC.

Die WHO nennt in ihrer Leitlinie von 2024 Vareniclin, Nikotinersatz, Bupropion und Cytisin als empfohlene Medikamente, E-Zigaretten gehören nicht dazu. Wenn du die E-Zigarette zum Aufhören nutzen willst, ist ein Ziel wichtig: das Rauchen ganz zu ersetzen und später auch vom Nikotin loszukommen, nicht beides dauerhaft zu kombinieren.

Bringt eine Rauchstopp-Beratung wirklich etwas?

Ja. In einer Cochrane-Übersicht erhöhte Einzelberatung ohne Medikamente die Chance auf einen dauerhaften Rauchstopp um 57 Prozent, in 27 Studien mit 11 100 Menschen. Auch wenn alle Teilnehmenden zusätzlich Nikotinersatz bekamen, brachte die Beratung noch einmal 24 Prozent mehr.

Beratung klingt weniger greifbar als ein Pflaster, wirkt aber messbar. Lancaster und Stead haben 2017 für Cochrane 49 Studien mit rund 19 000 Menschen zusammengefasst. Gemeint ist eine Begleitung durch ausgebildete Fachleute, meist über mehrere Termine, die dir hilft, deine Rauchsituationen zu erkennen, einen Plan für den Stopptag zu machen und Rückschläge zu besprechen.

Ohne Medikamente war die Chance auf Rauchfreiheit mit Einzelberatung 1,57-mal so hoch wie mit minimaler Unterstützung. In den 6 Studien, in denen alle Nikotinersatz bekamen, war sie mit zusätzlicher Beratung noch 1,24-mal so hoch. Beratung und Medikamente ergänzen sich also, statt sich zu ersetzen.

Am einfachsten erreichbar ist Beratung in allen drei Ländern über das Telefon, kostenlos und ohne Termin in einer Praxis.

Was bringen Rauchstopp-Linien in der Schweiz, Deutschland und Österreich?

Rauchstopp-Linien sind kostenlose Telefonberatungen. Laut einer Cochrane-Übersicht mit 14 Studien und 32 484 Menschen erhöhten mehrere Beratungsanrufe bei Menschen, die selbst bei einer solchen Linie angerufen hatten, die Erfolgschance um 38 Prozent. Die Nummern: Schweiz 0848 000 181, Deutschland 0800 8 31 31 31, Österreich 0800 810 013.

Matkin und Kollegen werteten 2019 für Cochrane die Telefonberatung aus. Bei Menschen, die von sich aus eine Rauchstopp-Linie anriefen, war die Chance auf einen dauerhaften Rauchstopp mit mehreren Rückrufen 1,38-mal so hoch wie mit Infomaterial oder einem einzigen kurzen Gespräch. Auch bei Menschen, die von Fachleuten angerufen wurden, ohne selbst die Linie gewählt zu haben, war sie 1,25-mal so hoch.

In der Schweiz erreichst du die Telefonberatung von stopsmoking unter 0848 000 181, Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr, auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Die Beratung ist kostenlos und anonym; für weitere Sprachen wie Albanisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch oder Ukrainisch gibt es eigene Nummern. Die fachlichen Inhalte der Plattform verantwortet die Krebsliga Schweiz.

In Deutschland betreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) das Portal rauchfrei-info.de mit der Telefonberatung 0800 8 31 31 31, einem kostenlosen dreiwöchigen Ausstiegsprogramm und einem Chat. In Österreich erreichst du das Rauchfrei Telefon der Österreichischen Gesundheitskasse unter 0800 810 013, Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, ebenfalls kostenlos.

Ein Vorteil der Telefonberatung: Du musst keinen Termin in einer Praxis haben und kannst dich auch einfach zurückrufen lassen, etwa am Tag vor deinem Stopptag oder nach einem Ausrutscher.

Kostenlose Rauchstopp-Telefone
LandAngebotNummerErreichbar
Schweizstopsmoking Telefonberatung0848 000 181Mo–Fr 11–19 Uhr, DE/FR/IT/EN
DeutschlandBIÖG, rauchfrei-info.de0800 8 31 31 31Zeiten auf rauchfrei-info.de
ÖsterreichRauchfrei Telefon (ÖGK)0800 810 013Mo–Fr 10–18 Uhr

Stand der Angaben: 2. November 2026, geprüft auf den Seiten der Anbieter. Das Angebot in der Schweiz und in Österreich ist kostenlos; rauchfrei-info.de nennt seine Angebote ebenfalls kostenlos.

Sofort aufhören oder langsam reduzieren — was funktioniert besser?

In einer Studie mit 697 Rauchenden aus englischen Hausarztpraxen waren nach sechs Monaten 22 Prozent der Menschen rauchfrei, die von einem Tag auf den anderen aufhörten, und 15,5 Prozent derer, die zwei Wochen lang schrittweise reduzierten. Der klare Schnitt war also erfolgreicher, aber auch der schrittweise Weg führte zum Ziel.

Lindson-Hawley und Kollegen teilten 2016 in den Annals of Internal Medicine 697 Menschen per Los zwei Gruppen zu. Die einen hörten an einem festen Tag auf, die anderen senkten ihren Konsum in den zwei Wochen davor schrittweise um 75 Prozent. Beide Gruppen bekamen Beratung durch Pflegefachleute und nutzten Nikotinersatz vor und nach dem Stopptag. Nach vier Wochen waren 49 Prozent im klaren Schnitt rauchfrei und 39,2 Prozent im schrittweisen Weg, nach sechs Monaten 22 und 15,5 Prozent.

Die Forschenden sahen auch, dass Menschen, die selbst den schrittweisen Weg bevorzugten, nach vier Wochen seltener rauchfrei waren als jene, die den klaren Schnitt bevorzugten: 38,3 gegenüber 52,2 Prozent. Ihr Fazit: Der klare Schnitt führt eher zu dauerhafter Rauchfreiheit, auch bei Menschen, die eigentlich lieber reduzieren würden.

Wenn dir ein klarer Schnitt im Moment unmöglich vorkommt, ist der schrittweise Weg trotzdem besser als gar kein Versuch. Wichtig ist, dass am Ende ein Datum steht, ab dem du gar nicht mehr rauchst.

Wer bezahlt Medikamente zum Rauchstopp?

In Deutschland können gesetzlich Versicherte mit schwerer Tabakabhängigkeit Nikotinersatz oder Vareniclin auf Kassenrezept bekommen, wenn sie an einem anerkannten Entwöhnungsprogramm teilnehmen; das hat der Gemeinsame Bundesausschuss im Mai 2025 beschlossen. In der Schweiz zahlt die Grundversicherung Vareniclin laut stopsmoking.ch derzeit nicht generell. In Österreich fragst du am besten deine Krankenkasse.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, hat am 15. Mai 2025 beschlossen, dass Arzneimittel mit Nikotin oder Vareniclin bei schwerer Tabakabhängigkeit verordnet werden dürfen. Als schwer gilt die Abhängigkeit zum Beispiel ab 6 Punkten im Fagerström-Test, einem kurzen Fragebogen zur Nikotinabhängigkeit. Die Kombination beider Wirkstoffe zahlt die Kasse nicht, Bupropion und Cytisin ebenfalls nicht. Nach einem Rückfall gibt es frühestens nach drei Jahren einen neuen Anspruch.

In der Schweiz gibt es laut stopsmoking.ch seit Februar 2026 ein Generikum, also ein Nachahmerpräparat, mit Vareniclin. Es ist derzeit nicht erstattungsfähig; in bestimmten Fällen übernehmen Krankenkassen die Kosten im Einzelfall. Nikotinersatz bezahlst du in der Regel selbst.

Zum Vergleich hilft eine einfache Rechnung: Wer 15 Zigaretten am Tag raucht und für 20 Stück 9.50 Franken zahlt, gibt im Monat rund 217 Franken aus, im Jahr rund 2600 Franken. Was eine Behandlung kostet, erfährst du in deiner Apotheke; laut stopsmoking.ch kostet etwa eine Packung Cytisin in der Schweiz rund 90 Franken für die ganze Behandlung.

So hilft dir die YUTHI-App

In der YUTHI-App wählst du im Bereich Rauchentwöhnung deinen Weg: den klaren Schnitt mit Stopptag oder Stufe für Stufe. Für den schrittweisen Weg baut die App eine Leiter aus deinem eigenen Startwert, mit 100, 70, 50, 30 und 10 Prozent; wer 20 oder mehr am Tag raucht, bekommt vorne eine sanftere Stufe bei 85 Prozent. Auf jeder Stufe bleibst du, solange du willst. Die Studienlage aus diesem Artikel steht dabei ehrlich in der App: Der klare Schnitt war in der Studie erfolgreicher, die Wahl triffst du.

Unter „Hilfe & Beratung“ findest du die kostenlosen Anlaufstellen für dein Land, in der Schweiz die Rauchstopplinie 0848 000 181, in Deutschland das Rauchfrei-Telefon 0800 831 31 31 und in Österreich das Rauchfrei Telefon 0800 810 013. Rauchst du viel, steht dieser Hinweis weiter oben auf der Seite.

Kommt das Verlangen, tippst du auf „Verlangen“: Die App hält den Moment mit Uhrzeit fest und zeigt dir eine Vier-Minuten-Übung mit Atmen, einem Glas Wasser und einem kurzen Ortswechsel. Nach einigen Tagen siehst du, wann dein Verlangen typischerweise kommt. Zigaretten, Selbstgedrehte, Tabakerhitzer, E-Zigarette und Zigarren trägst du je mit eigenem Preis ein, und die App zeigt dir, was du sparst.

Und wie ist es bei dir: Hast du schon einmal eine der Rauchstopp-Linien angerufen, oder wäre das der Schritt, den du diesmal anders machen willst?

YUTHI-App

Häufige Fragen

Welche Methode ist die beste, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Am stärksten wirkt laut Cochrane die Kombination aus Medikament und Beratung. Bei den Medikamenten erhöhte Vareniclin die Chance am meisten, etwa gleich gut wie zwei kombinierte Nikotinersatzprodukte. Welche Methode zu dir passt, besprichst du mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke.

Kann man Nikotinpflaster und Kaugummi gleichzeitig nehmen?

Ja, das ist sogar wirksamer. In 16 Studien mit 12 169 Menschen war die Chance mit Pflaster plus schneller Form 1,27-mal so hoch wie mit nur einer Form. Lass dir die passende Stärke in der Apotheke erklären.

Macht Vareniclin abhängig?

Laut stopsmoking.ch, deren Inhalte die Krebsliga Schweiz verantwortet, macht Vareniclin nicht abhängig. Es ist verschreibungspflichtig, die Behandlung dauert normalerweise drei Monate.

Ist die E-Zigarette harmlos?

Nein. Sie enthält Nikotin, und Langzeitdaten zur Sicherheit fehlen noch. In Studien half sie beim Aufhören besser als Nikotinersatz, das Ziel sollte aber sein, später auch vom Nikotin loszukommen.

Wie lange sollte man Nikotinersatz nehmen?

Eine feste Dauer, die nachweislich besser wirkt, gibt es laut Cochrane-Übersicht von 2023 nicht: Für die Dauer der Pflasteranwendung fand sie keinen klaren Effekt. Den Plan für dich besprichst du am besten mit deiner Apotheke oder Ärztin.

Was kostet die Rauchstopp-Beratung am Telefon?

In der Schweiz und in Österreich ist die Telefonberatung laut den Anbietern kostenlos, das deutsche Portal rauchfrei-info.de nennt seine Angebote ebenfalls kostenlos. In der Schweiz ist die Beratung zudem anonym.

Weiter in der App

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Quellen